Ursache 1: Die Roll-Leine wurde vom Eigner gekürzt, weil sie ihm zu lang erschien. Rollreffanlagen werden immer mit genügend langer Leine geliefert. Die Leine ist so bemessen, dass Genuas jeder Größe vollständig eingerollt werden können – und dann noch mindestens zwei bis drei Törns auf der Trommel bleiben. Dies aus gutem Grund: Rollt man das Segel im Starkwind ein, wickelt sich das Tuch wesentlich enger auf als in moderaten Winden – es werden also entsprechend mehr Umdrehungen gebraucht. Ist die Leine dann zu kurz, bleibt noch ein kleines Segeldreieck stehen. Wird die Reffleine dann aus der Winsch genommen, um das restliche Tuch einzurollen, reißen Stift oder Schraube, die das Ende der Leine an der Trommel sichern ab – das Segel rauscht wieder aus und lässt sich nicht mehr aufrollen.

Ursache 2: Um sich die Arbeit des Einrollens zu erleichtern, wird die Leine über eine Winsch genommen und die Törns danach abgeworfen. Sie bilden Kinken, die sich vor dem Einlass der Trommel festsetzen und sie auf diese Weise blockieren können. Man sollte also nach dem Abwerfen darauf achten, dass die Leine glatt auslaufen kann.

Ursache 3: Beim Ausrollen der Rollgenua mit der Schot lässt man die Reffleine unkontrolliert ausrauschen. Dann kann die Führung innerhalb der Trommel nicht dafür sorgen, dass die Leine gleichmäßig verteilt wird. Sie verdickt sich in der Mitte und blockiert die Trommel. Außerdem kann es dabei zu Überläufern kommen (es bilden sich Schlaufen). Die ebenfalls die Trommel am Weiterdrehen hindern. Die Reffleine sollte also immer kontrolliert gefiert werden.

Ursache 4: Lässt sich die Rollgenua im Starkwind nur sehr schwer einrollen, ist meist ein starker Durchhang des Vorstags schuld. Dadurch ist das als Achse wirkende Vorstag stark gebogen und das Vorliek des beutelartig stehenden Vorsegels muss den gesamten Zug auffangen. Beides verursacht während des Aufrollens erhöhten Widerstand, der das Tuch des Segels dabei übermäßig verschleißt. Also: vor dem Einrollen zuerst den Achterstagspanner so weit wie möglich durchsetzen und bei nächster Gelegenheit die Unterwanten.

Quelle: Segelmagazin 8/2009

Wer wird seekrank?

Es gibt wirklich keinen Grund sich wegen Seekrankheit zu schämen, selbst alte Seebären sind nicht davor sicher, seekrank zu werden. Leider gibt es für die Betroffenen nichts Schlimmeres als seekrank zu sein. Zum Glück gibt es ein paar Maßnahmen die helfen erst gar nicht seekrank zu werden oder zumindest die Seekrankheit schnell zu überwinden. Und wenn es einen erwischt hat, sollte man sich immer eines vor Augen halten: Es geht auch wieder vorbei!

Wie kann man Seekrankheit vorbeugen?

Es gibt gute Medikamente gegen Reisekrankheit, z.B. die Reisetabletten von ratiopharm. Nehmen Sie die Tabletten unbedingt schon ein bis zwei Stunden bevor Sie lossegeln ein. Wenn Sie keine Chemie zu sich nehmen möchten, können Sie auch Ingwertabletten oder Ingwertropfen nehmen. Ingwer beruhigt den Magen. Auch eine Tasse Ingwertee zum Frühstück kann wahre Wunder bewirken.

Viele Segler schwören auf einen Ohrstöpsel in EINEM Ohr. Sie können auch ein Akupressurband um Ihr Handgelenk tragen. Oder sich ein spezielles Pflaster gegen Seekrankheit hinters Ohr kleben. Lassen Sie sich am besten von Ihrem Apotheker dazu beraten.

Achten Sie darauf, dass Sie am Abend vor dem Törn nichts Schweres gegessen oder zu viel Alkohol getrunken haben. Ihr Magen sollte möglichst unbelastet sein. Essen Sie zum Frühstück bzw.  vor dem Beginn des Törns etwas Leichtes, dass Ihnen nicht schwer im Magen liegt. Auf jeden Fall sollte Sie es vermeiden unter Deck zu gehen. Legen Sie sich deshalb Kleidungsstücke, die Sie im Lauf des Tages brauchen, schon in Ihrer Koje zurecht, damit Sie sie schnell griffbereit haben. Ziehen Sie sich auch an Deck um. Sich Vorbeugen beim Anziehen von Hose oder Schuhen unter Deck hat schon manchem einen schönen Segeltag verdorben.

Daneben sollten Sie folgende Dinge vermeiden: Lesen kann das Unwohlsein noch verstärken. Auch schlechte Gerüche, Müdigkeit oder Schlafentzug sind negative Begleitumstände. Und auf histaminhaltige Nahrung wie Hartkäse, Thunfisch oder Salami sollten Betroffene besser verzichten.

Seekrankheit hat viel mit der Psyche zu tun. Deshalb gilt: Auf keinen Fall reinsteigern!

Wie äußert sich Seekrankheit?

Viele Menschen reagieren bei Seekrankheit zunächst mit Müdigkeit, leichten Kopfschmerzen und häufigem Gähnen. Der Speichelfluss verstärkt sich und man beginnt zu schwitzen. Erst danach kommt es zu den klassischen Symptomen der Seekrankheit: Schwindelgefühl, Übelkeit und Erbrechen.

Was kann ich tun, wenn ich seekrank bin?

Falls Ihr Magen das Bedürfnis hat sich zu erleichtern, dann geben Sie diesem Bedürfnis unbedingt nach. Das bringt oft schnelle Erleichterung und Sie müssen sich nicht stundenlang mit Unwohlsein herumquälen.

Wenn Ihr Körper den Seegang (noch) nicht gewöhnt ist, sollten Sie auf jeden Fall an Deck bleiben und dort eine Aufgabe übernehmen. Gehen Sie ans Ruder. Das Boot zu steuern und auf den Kompass zu achten sorgt dafür, dass Sie sich nicht mehr auf Ihre Übelkeit konzentrieren.

Falls Sie nicht steuern können oder wollen, suchen Sie sich einen Platz an Deck, wo sie den Wind spüren und den Horizont sehen können.

Wenn ein Crewmitglied seekrank ist, muss auf jeden Fall der Skipper informiert werden. Außerdem sollte der Seekranke unbedingt eine Schwimmweste tragen.

Unter Deck wird man sehr schnell seekrank, unbedingt den Aufenthalt dort meiden oder möglichst kurz halten (s.o.).

Essen Sie eine Kleinigkeit: ein Zwieback oder ein einfacher Keks hilft oft dabei, den Magen zu beruhigen.

Wenn gar nichts mehr hilft, gehen Sie in Ihre Kabine und versuchen zu schlafen. Für gewöhnlich schläft man innerhalb kurzer Zeit ein und fühlt sich nach dem Aufwachen besser.

Oder Sie folgen dem Trick eines alten Seebären: Trinken Sie eine Tasse Pfefferminztee und essen Sie dazu Zartbitterschokolade. Das hilft zwar nicht gegen Seekrankheit, aber das Erbrochene schmeckt dann wenigstens nach After Eight.

Oder Sie halten es mit Lord Nelson. Der meinte auf die Frage, was gegen Seekrankheit hilft: "Sich unter einen Apfelbaum legen".

Wie lange kann Seekrankheit dauern?

Nach etwa 2-3 Tagen ist in der Regel das Schlimmste überstanden und der Körper hat sich an die neue Situation gewöhnt. Bei vielen ist die Seekrankheit auch schnell überstanden sobald sie wieder festen Boden unter den Füßen haben.

Wieder an Land kann es Ihnen passieren, dass der Boden vor allem in engen Räumen plötzlich schwankt. Das sind die Nachwirkungen der Schaukelei an Bord, man ist sozusagen landkrank!

Wer ganz genau wissen will, was Seekrankheit ist und warum wir seekrank werden, hier wird das Thema wissenschaftlich behandelt: https://www.netdoktor.de/krankheiten/reisekrankheit/seekrankheit/

Von 100 Personen die über Bord gehen, kommen 15 wieder lebend an Bord. Eine erschreckende Statistik. Wir wollen dem Rechnung tragen und im Rahmen unserer Ausbildung zum SKS und den Skippertrainings das Bergen einer Person lehren und üben.

In der herkömmlichen Ausbildung und in den DSV-Prüfungen reicht es, einen über Bord geworfenen Fender wieder einzufangen. Doch das hat nichts mit der Praxis zu tun. Wir wollen mehr. Wie bringe ich die Person, die im Wasser treibt wieder an Bord? Das soll geschult und geübt werden. Dabei sind Vorbereitungen vor dem Auslaufen notwendig, wie z.B das Verlängern des Spifalls, das Anschlagen des Falls an der Want, das Anbringen eines Rettungsgurtes am Fall, das Rausschrauben der Co2 –Patrone an der Weste des „Retters“…… . Auch die Kommandosprache muß praxisorientierter werden. 2 Personen beobachten, der Wantenschneider muß klargemacht werden, der Gegenkurs muß bekannt gegeben werden ….. .  

Hier könnt Ihr Euch die Kommandosprache mit einem möglichen Ablauf der Bergung herunterladen: Person bergen Kommandotafel.pdf

Auf das wir niemals jemanden bergen müssen.

Kennt Ihr das: es müffelt an Bord, die Bordtoilette ist verstopft, die anstehende Reparatur wird teuer! No Like!

Störungen  an den Bordtoiletten sind unangenehm, aber in den meisten Fällen  vermeidbar. Sie treten fast immer durch unsachgemäße Bedienung auf.

Wir  haben für Euch ein Video und eine Bedienungsanleitung als PDF zur richtigen Bedienung der Bordtoilette erstellt und zum Download bereitgestellt.

Youtube-Video "Bedienung der Bordtoilette" 

PDF-Datei zum Download: Bedienungsanleitung Bordtoilette.pdf

Eigentlich will ich als Skipper ruhig schlafen, auch wenn ich nachts vor Anker liege. Ich möchte nicht überrascht werden von knirschenden Geräuschen oder vom lauten Gebrüll der Crew oder der Nachbarcrews. Garant für ungestörte Nächte ist ein Anker, der hundertprozentig hält. Leichter gesagt als getan. Hier ein paar Ankertipps.

Schaut Euch auf der Seekarte genau an, wo Ihr ankern wollt. Dabei ist die Wassertiefe, der Ankergrund, die zu erwartende Windrichtung, der Schwell und der Schwojkreis von entscheidender Bedeutung. Lass Dir Zeit bei der Auswahl des Platzes. Fahre vor Ort Deinen Platz ab, schau Dir den möglichen Schwojkreis an. Ist  er rein? Seegras als Ankergrund hält ganz schlecht, aber das weißt Du ja alles. Ich bevorzuge Wassertiefen um die 5 Meter. Meistens ist der Grund dann gut sichtbar. Wähle nach Möglichkeit eine helle Stelle, das ist fast immer Sand oder Schlick, der gut hält. Wenn Du unsicher bist, welcher Ankergrund  unter Dir ist, nimm Dein Lot, schmiere etwas Fett auf das Gewicht (Butter geht auch) und lass es auf den Boden sinken. Beim hochholen haften an der Lotspeise die Partikel und Du kannst erkennen, welchen Untergrund Du hast.

Wenn du den richtigen Platz gefunden hast, stopp das Schiff auf, stell Dich gegen den Wind, gib Kette bis der Anker am Boden ist und lass Dich rückwärts treiben, während Du den Anker weiter fierst. Wenn es Dir zulange dauert, fahre langsam rückwärts. Bei  15 Meter Kettenlänge stopp ich die Ankerwinsch und fahre langsam weiter achteraus, die Kette soll sich gerade legen, und das Eisensoll sich langsam eingraben. Verabredete Zeichen wie Daumen runter, Faust und Daumen hoch erleichtern die Kommunikation zwischen dem Rudergänger und der Person an der Ankerwinsch. Dann wird der Daumen wieder gesenkt was bedeutet,dass weiter Kette gelassen werden soll. Nach 5 m kommt die Faust, was so vielheißt wie „Kette stopp“. Wieder richtet sich die Kette aus, wieder gräbt sich der Anker etwas ein. Wiederhole es noch drei weitere Mal und fahre dann den Anker ein. 40 m Kette bei 5 Meter Wassertiefe verschaffen Dir eine ruhige Nacht. Fahre den Anker ein. Langsam rückwärts. Die Kette spannt sich, erhöhe die Motordrehzahl, die Kette spannt sich noch mehr. Erhöh die Motordrehzahl auf2000 Umdrehungen und lass die Maschine 1 Minute laufen, das Schraubenwassersiehst Du vorne am Bug. Peile Landmarken an, sie dürfen nicht wandern. HalteDeine Hand auf die Kette, wenn sie ruckelt oder vibriert hält der Anker nicht. Wenn das Schiff steht, kannst Du ruhig schlafen, auch dann, wenn nachts Fallböen von 25 Knoten dein Schiff erwischen.

In vielen Lehrbüchern liest man, dass die dreifache Kettenlänge der Wassertiefe reicht. Stimmt, wenn Du Dir sicher sein kannst, dass kein Wind aufkommt und keine Fallböen dich überraschen. Ansonsten könnte sich Deine hinterlegte Kaution erheblich reduzieren.

Video Richtig Ankern auf Youtube ansehen

PDF-Datei "Ankern - Aber richtig!" zum Download: Whitepaper Richtig Ankern.pdf


Dieselmotor richtig entlüften



  1. Der im Kreislauf zweite Filter ist der Brennstoff-Feinfilter. Lösen Sie die Entlüftungsschraube leicht, dann pumpen Sie per Handhebel der Brennstoffpumpe Diesel nach, bis alle Luftblasen aufgestiegen und entwichen sind. Erst wenn blasenfrei Diesel austritt, kann die Entlüftungsschraube geschlossen werden. Checken Sie auch das Sieb im Vorfilter auf Verunreinigungen. 
  2. Manche Motoren haben direkt an der Einspritzpumpe noch eine Entlüftungsschraube. Dann wird auch hier, wie zuvor an den Filtern, entlüftet bis alle Bläschen entwichen sind. 

  3. Fehlt die Entlüftungsschraube an der Einspritzpumpe, geht man direkt zu den Einspritzleitungen an den Zylindern. Bei geöffneten Verbindungsmuttern wird der Motor gestartet bis Dieselöl aus den Öffnungen spritzt. Dann die Muttern wieder verschließen. 

  4. Falls der Motor immer noch nicht anspringt: Lösen Sie die Muttern an den Düsen um eine Umdrehung und starten Sie den Motor ohne Kompression, also mit gezogenem Stopphebel. Und zwar solange bis Diesel aus den Gewinden tropft. Wenn die Gewinde wieder dichtgedreht sind, ist die Entlüftung abgeschlossen. Der Motor läuft jetzt wieder. Vorausgesetzt Sie hatten wirklich nur Luft im System.


Bedienungsanleitung Yanmar Motor zum Download

Bedienungsanleitung Volvo Penta zum Download: Volvo Penta Dieselanleitung.pdf

60 % der Ertrinkungsfälle passieren in den ersten 15 Minuten, lange  bevor die ersten Unterkühlungssymtome zu erwarten sind. Wenig bekannt ist auch, dass 63 % der Unfallopfer in kanadischen Seen und Flüssen in einem Abstand von weniger als 15 m zum Ufer untergehen. Viele sind nicht imstande, auch nur die letzten 2 Meter zu schwimmen, um sich zu retten. Welche biologischen Mechanismen machen den Verunglückten unfähig, sich selbst zu helfen?
„Mit dem Eintauchen in kaltem Wasser werden Nervenendigungen (Kälterezeptoren) in der Haut gereizt und lösen unmittelbar eine reflexartige Reaktion aus.
Alle betroffenen Personen beginnen sofort mit einem extrem tiefen Atemzug (ein richtiges schnappen nach Luft), der direkt zum Ertrinken führen kann – zum Glück nicht immer muss.
Die Fähigkeit zum Luftanhalten bei 15 Grad Wassertemperatur reduziert sich auf 30 %.
Man atmet schneller und unkontrolliert. Panik kommt auf durch die Unfähigkeit zum Luftholen. Die nächste Welle wird inhaliert und man ertrinkt trotz Schwimmweste…….. . “  


Dies ist ein Auszug aus einem Artikel der Kreuzer Abteilung von Dr. med. Frank Praetorius. Artikel hier downloaden